Golden vor Herbst ertrinkt der Tag in den Bäumen,
               die Blätter wenden vom Wind das Gesicht.
               Zögernde Zugvögel halten auf Zäunen
               über den sterbenden Sommer Gericht.
               Im Schatten klebt Kälte. Warm ist das Licht,

                                       Nebel nistet noch weit fort in Räumen
                                       am Rande des Tages. Der hat mehr Gewicht
                                       als im Sommer, scheint leise zu träumen.
                                       Weit fort, kaum zu sehen im glosenden Dunst,
                                       summt die Autobahn leise herüber.

Der Himmel ist leer. Nur Kondensstreifenkunst
von Flugzeugen zieht sich darüber:
Ein Kreuz in der Kuppel aus blaßgelbem Stahl,
in seiner Mitte die Sonne als trübes Oval.

[Blaßgold]   9. Oktober 1986

 zurück zu Lyrik