Möppchen

 
 

Die Geschichte von Moppel (Aug. 1984 – Sept. 1996)

Moppel war meine erste Katze. Ich habe sie als Baby bei Freunden gesehen und wollte sie unbedingt haben. Im zarten Alter von sechs Wochen habe ich sie dann mitgenommen. Was dann dazu führte, dass sie ihr Leben lang an einer ihrer Hinterpfoten rumgenuckelt hat. Aber damals wusste ich es noch nicht besser.

Der Moppel oder besser gesagt „Dat Möppchen“ war eine Schildpatt-Halbperserdame, aber nicht getupft, sondern farblich in sich meliert. Sie war klein und zierlich und ist bis an ihr Lebensende ein Hungerhaken geblieben. Und sie war ein wenig hinterhältig. Sie hat uns in unserer Stuttgarter Wohnung andauernd in eine Ecke gemacht. Dann zogen wir nach Schweinfurt um; die neue Wohnung war aufwendigst renoviert. Am ersten Abend sitzen wir auf der Couch, als Möppchen hereinspaziert kommt und in aller Ruhe in einer Ecke auf den nagelneuen Teppichboden pieselt. Wir waren verzweifelt. Wir hatten uns schon vorher überlegt, dass wir die Süße wohl schweren Herzens abgeben müssen, wenn sich das nicht bessert, und an diesem Abend auf der Couch haben mein Mann und ich noch mal ein ernsthaftes Gespräch über ihre Zukunft geführt. Es kamen auch so unschöne Worte wie Tierheim darin vor. Möppchen saß neben uns auf der Couch und hörte uns zu. Wir beschlossen, ihr noch eine allerletzte Chance zu geben. Offenbar hat Moppel erkannt, dass es in unserem Gespräch um sie ging und dass die Lage sehr ernst war. Sie hat bis an ihr Lebensende nie wieder irgendwo hingepieselt.

Möppchen verschwand 1996 im September. Den genauen Zeitpunkt habe ich leider gar nicht mitbekommen, da mein Mann und ich gerade zur Chemotherapie in München waren und eine Nachbarin für die Katzen sorgte. Sie war mit ihren zwölf Jahren einfach alt, und ich denke, sie ist zum Sterben nach draußen gegangen. Wir haben sie auch nie gefunden. Nachkommen hat sie aber doch geschaffen: Teddy, Stöpsel, Krümel, Snoopel in einem Wurf, Dsching-Dsching alleine im zweiten.
 

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