Ich trage manchmal meine Maske noch.
Noch gibt es Angst, daß man mich tief verletzt,
der Schmerz, der mir noch eben in die Knochen kroch,
ist noch zu jung, zu gegenwärtig jetzt.
Und niemand darf sie sehen: meine Angst:
Du nicht, der du mir schaden kannst,
schon gar nicht du, dem mein Gesicht
und meine Hände ihre Macht nur gaukeln.
Die, die ich liebe: Auch du darfst es nicht.
Allein muß ich sie tragen, meine Trauer:
In mir, weißer Vogel in einem Bauer,
sitzt sie und will mich nicht verlassen.
Nicht fassen kann ichs: Das Bild es schmalen, blassen
Kindes im Garten, das beim Schaukeln
die Augen schließt und meint zu fliegen.
 

[Die Maske]      August 1986

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