Das Spiel ist härter geworden zu Zeiten.
Der November war gelb, die Luft biß mich nicht.
Ein ruhendes Schieben löscht Lichter vom See,
der Ostwind drückt mißmutig Krähen nach Lee,
meine Ziele kommen ins Gleiten.

Ich höre die Züge und Schiffe nicht hier.
Grauglosendes Gaslicht vorm Fenster, sehr alt.
Der Turm hier wächst höher als jeder Wald:
Und müde Gespenster fragen nach mir,
daß die Gedanken im Schädel vereisen.

Sehr leise wispert der Spinne Weben.
Ein sanftes Gespinst reift im beinernen Gang,
wächst lautlos und silbrig die Strecke entlang,
mißt heimlich die Wurzel am Baum.
Mir ist so, als wollte ich reisen.

 [Ohne Titel]  12. Januar 1985
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Ich würde es gern wissen:
Welche Kräfte, so zäh und dunkel und geballt,
geronnen aus dem Licht der Sonnenwüsten
und langsam hergezogen zu meinen Küsten:
Sind sie es, die sich aus den Tagen rissen,
als Licht und Luft noch warm und kalt
um meine Hände flossen?
Ich spürte sie in jedem Haar: Sie waren sicher.
Langsam wächst ein Staunen:
Als sähest du ein Katzengesicht, heraufgegossen,
fragend und klein, wie vor einem Gericht,
wie zufällig aus einer Schüssel ausgeflossen.
Und leise fragend: Bin ich das nicht?

[Ohne Titel]  13. Januar 1985
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Der zweite Kreis ist angebrochen. Klein und dunkel,
doch bald mit härterer Gestalt und größer werdend,
mit fester Rinde, neue Häute werbend,
Bewegung fordernd und Gewalt: Doch ohne Erben.
Und innen hohl. Die ganze lange Zeit
ist Stein geworden: Sie kann nicht mehr sterben,
liegt totgefugt im innren Ring der Trommel.
Gestampft, wie Lavaasche, heiß einst, jetzt geronnen.
Ich bin noch nicht bereit? Ein leises Werben
hängt im Geäst der Bäume unterm Turm.

[Nach der ersten OP]      18. Januar 1985
Beginn des Nachdenkens über Gründe. Noch im Glauben, es sei schon alles überstanden
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