Zwischen den Mauern aus rotem Stein
Nistet der frühe Sommer.
Er fährt über schwarze Dächer ein,
Bündelt sein Licht  im Fenstergebein;
Nach dem Winter ein später Kommer.

Das Schreien der Kinder vertropft auf dem Platz.
Im Garten verglimmen die Falter.
Der Wind regt sich langsam. Mit einem Satz
Springt er dann in die Beete am hinteren Platz.
Noch zeigen die Bäume ihr Alter.

Und während das Licht gerinnt zu Gold,
dunkelt blau im Schatten der Flieder.
Und Kinder schreien von Ferne wieder,
als hätte es jemand gewollt.

[Wieder Sommer]  Mai 1985
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