Manchmal sehe ich, der Wind kommt aus West
und Wolken fliehen und reißen das Licht aus dem Land,
wenn Winter ist - heißt das nicht: Noch ein Rest
von Wärme kommt her und hält stand?

Dann meine ich, der Biß der Luft ist noch nicht scharf
und nicht so rauh wie jener dort aus dem Osten.
Trotzdem erzittere ich, und meine Glieder rosten
vom Regen, den der Wind vom Meer herüberwarf.

Am andern Morgen ist das Licht dann gleißend,
und sacht bewegt der Ostwind jetzt den kahlen Ast.
Schon nachmittags bedecken weiße Wolken fast

die Kuppel aus poliertem Stahl, die Luft ist eisend,
die Erde nur noch Stein, und das Wasser ist schon fest.
Das Meer hält seinen Wind bei sich, und seiner Wärme Rest.

[Winter im Emsland]  Dezember 1979
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